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Gesundheit6 Min. LesezeitVon Barbara Schuhmaier · 6. Juli 2026

Augenbrauen und Wimpern bei Chemo: Was hilft, wenn sie ausfallen

Symbolbild: Augenbrauenstifte, Puder und Wimpern auf dem Schminktisch vor dem beleuchteten Spiegel
Symbolbild

Für viele Frauen ist der Verlust der Augenbrauen und Wimpern fast schwerer als der Verlust der Kopfhaare. Das ist kein Zufall: Brauen und Wimpern rahmen das Gesicht und geben ihm Ausdruck. Die gute Nachricht: Mit ein paar Handgriffen und den richtigen Produkten kannst du viel davon zurückholen. Hier findest du ehrliche, praktische Tipps.

Warum machen fehlende Brauen und Wimpern so viel aus?

Augenbrauen und Wimpern strukturieren das Gesicht. Sie geben dem Blick Tiefe und dem Ausdruck Halt. Fehlen sie, wirkt man schnell müde oder krank, selbst wenn man sich gar nicht so fühlt. Es ist also völlig verständlich, wenn dich dieser Verlust genauso beschäftigt wie der Verlust der Kopfhaare. Zum Zeitpunkt: Brauen und Wimpern fallen oft später aus als das Kopfhaar, manchmal erst gegen Ende der Therapie. Und sie kommen wieder. In der Regel wachsen sie einige Wochen bis Monate nach der letzten Behandlung nach, anfangs oft etwas feiner und heller als vorher. Wie stark der Ausfall ist, hängt von den Medikamenten ab. Deine Ärztin oder dein Arzt kann dir sagen, was bei deiner Therapie zu erwarten ist. Wie das Kopfhaar nach der Therapie zurückkommt, liest du übrigens in unserem Ratgeber Haare nach der Chemo.

Wie schminke ich Augenbrauen während der Chemo?

  • Wähle einen Brauenstift oder ein Brauenpuder, das etwas heller ist als deine frühere Haarfarbe. Das wirkt weicher und natürlicher.
  • Zieh kleine, kurze Striche in Haarwuchsrichtung, also von innen nach außen leicht schräg nach oben. Kleine Striche wirken wie einzelne Härchen, eine durchgezogene Linie wirkt schnell hart.
  • Wenn du bei der Form unsicher bist, helfen Augenbrauenschablonen: auflegen, mit Puder füllen, fertig.
  • Verblende die Farbe zum Schluss leicht mit einem sauberen Bürstchen oder Wattestäbchen, damit keine harten Kanten bleiben.
  • Wasserfeste Produkte geben dir Sicherheit im Alltag, auch wenn mal Tränen fließen.
  • Übe in Ruhe zu Hause. Nach ein paar Versuchen brauchst du morgens nur noch wenige Minuten.

Wenn du nicht jeden Morgen schminken möchtest, gibt es Alternativen. Ehrlich gesagt: Keine ist perfekt, und beim Zeitpunkt ist Vorsicht wichtig. Permanent Make-up während einer laufenden Chemotherapie ist riskant: Dein Immunsystem ist geschwächt, die Haut ist empfindlicher, und die winzigen Stiche können sich leichter entzünden oder schlechter heilen. Seriöse Studios lehnen eine Behandlung während der Therapie deshalb meist ab. Wenn du über Permanent Make-up nachdenkst, sprich vorher immer mit deinem Behandlungsteam und plane es im Zweifel für die Zeit nach der Therapie. Daneben gibt es Augenbrauen zum Aufkleben aus Echthaar, die du täglich neu anbringst. Sie sehen aus der Nähe erstaunlich gut aus, brauchen aber etwas Übung und einen hautfreundlichen Kleber.

Wimpern: den Wimpernkranz sanft andeuten

Wenn die Wimpern durch die Chemo ausfallen, hilft ein einfacher Trick: Du deutest den Wimpernkranz an, statt ihn zu ersetzen. Zieh mit einem weichen Kajal oder Eyeliner eine feine Linie direkt am oberen Wimpernrand und verwische sie leicht. Das gibt dem Auge Kontur, und der Blick wirkt sofort wacher. Bei künstlichen Wimpern ist während der laufenden Therapie Zurückhaltung angesagt: Wimpernkleber kann die ohnehin empfindliche Lidhaut reizen, und über gereizte Stellen können Keime ins Auge gelangen, was bei geschwächtem Immunsystem schneller zu Entzündungen führt. Verwende künstliche Wimpern deshalb nur, wenn deine Lidhaut vollständig gesund und reizfrei ist, nimm einen hautfreundlichen Kleber und sprich vorher immer mit deinem Behandlungsteam. Bedenke auch: Wimpern schützen die Augen normalerweise vor Staub und Schweiß, sei in dieser Zeit also besonders achtsam mit deinen Augen.

Sanft zur Haut: Pflege, Hygiene und Unterstützung

Deine Haut macht während der Chemotherapie viel mit. Greif deshalb beim Schminken zu parfümfreien, milden Produkten und achte auf Hygiene: saubere Pinsel, keine geteilten Produkte, ältere Mascara lieber austauschen. Schmink dich abends sanft ab, damit die Haut sich über Nacht erholen kann. Wenn du dir Anleitung wünschst, gibt es Kosmetikseminare speziell für Krebspatientinnen, zum Beispiel von DKMS LIFE unter dem Namen look good feel better. Dort zeigen dir Fachleute Schritt für Schritt, wie du Brauen, Wimpern und Teint schminkst. Und auch wir sind für dich da: Barbara und Sandra tragen selbst Zweithaar und beraten dich im Studio nicht nur zu Perücken und Turbanen oder Tüchern, sondern auch zu Brauen und Gesichtsrahmung, weil am Ende das Gesamtbild zählt. Das Erstgespräch ist kostenlos, und du bist bei uns in einem diskreten Einzeltermin ohne Laufkundschaft. Ruf einfach an unter 0821 208 10 550 oder buch deinen Termin online auf unserer Webseite.

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Häufige Fragen

Wann fallen Wimpern und Augenbrauen bei einer Chemo aus?

Oft später als das Kopfhaar, manchmal erst gegen Ende der Therapie oder sogar erst danach. Ob und wie stark Wimpern und Augenbrauen ausfallen, hängt stark von den eingesetzten Medikamenten und der Dosierung ab. Deine Ärztin oder dein Arzt kann dir vorab sagen, was bei deiner konkreten Behandlung realistisch zu erwarten ist, frag ruhig gezielt danach.

Meine Augenbrauen sind weg: was kann ich tun?

Am einfachsten ist Schminken: mit Brauenstift oder Puder in kleinen Strichen in Haarwuchsrichtung, bei Bedarf mit einer Schablone als Formhilfe. Alternativ gibt es Augenbrauen zum Aufkleben aus Echthaar, die täglich neu angebracht werden. Permanent Make-up planst du wegen des Infektionsrisikos besser für die Zeit nach der Therapie und sprichst es vorher immer mit deinem Behandlungsteam ab.

Wie ziehe ich Augenbrauen natürlich nach?

Mit kurzen, feinen Strichen statt einer durchgezogenen Linie, immer in Wuchsrichtung, also von innen nach außen leicht schräg nach oben. Ein Farbton, der etwas heller ist als deine frühere Haarfarbe, wirkt weicher. Zum Schluss leicht verblenden, dann sieht die Braue sehr natürlich aus. Übe in Ruhe zu Hause, nach ein paar Versuchen brauchst du morgens nur noch wenige Minuten.

Darf ich während der Chemotherapie künstliche Wimpern tragen?

Nur mit Vorsicht. Während der Therapie ist die Lidhaut oft empfindlicher, und über gereizte Stellen können Keime ins Auge gelangen, bei geschwächtem Immunsystem steigt so das Entzündungsrisiko. Verwende künstliche Wimpern nur bei vollständig gesunder, reizfreier Lidhaut und mit hautfreundlichem Kleber, und sprich vorher immer mit deinem Behandlungsteam. Ein weicher Kajal am Wimpernrand ist die sanftere Alternative.

Wachsen Augenbrauen und Wimpern nach der Chemo wieder nach?

Ja, in der Regel wachsen sie einige Wochen bis Monate nach der letzten Behandlung wieder nach. Anfangs sind sie oft feiner und heller als vorher, das gibt sich meist mit der Zeit. Bis dahin helfen Brauenstift, Puder und ein weicher Kajal am Wimpernrand. Wenn der Nachwuchs lange ausbleibt, sprich das bei deiner Nachsorge gezielt an.

Barbara Schuhmaier, Gründerin von Zweithaar-Liebe

Geschrieben von

Barbara Schuhmaier

Gründerin von Zweithaar-Liebe in Augsburg, Zweithaarspezialistin und Mitglied im Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten. Barbara trägt selbst täglich Zweithaar und hat über 1.000 Frauen auf ihrem Weg begleitet. Bekannt aus der Augsburger Allgemeinen. Lern das Team kennen

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